Hörgeräte-Preise

Wie teuer ist gutes Hören?

Hörgeräte sind meist die einzige Möglichkeit, eingebüßte Hörfähigkeit zu kompensieren. Die Geräte werden von den Herstellern kontinuierlich weiterentwickelt und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Entsprechend nimmt die Auswahl an Modellen stetig zu und die kleinen Wunderwerke warten mit erstaunlichen und äußerst nützlichen Eigenschaften und Funktionen auf. In diesen kleinen Wunderwerken steckt heutzutage jede Menge Hightech.

Angesichts dessen ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Menschen bei modernen Hörsystemen mit hohen Kosten rechnen. Aber sind diese Sorgen berechtigt? Kosten Hörgeräte wirklich so viel, dass man sich deswegen Gedanken machen müsste?

Die Antwort lautet klar: Nein. Ein geeignetes Hörgerät muss nicht teuer sein. Auch gute Markengeräte gibt es bereits zu Preisen, die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Und dies, obwohl sich Hörgeräte in den letzten Jahren von simplen Hörverstärkern zu kleinen, stilvollen Hightech-Wundern entwickelt haben. Sie erleichtern das Leben der Träger spürbar und schenken eine Menge neue Lebensqualität.

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Hörgeräte: Wann zahlt die Krankenkasse?

Die Krankenkassen sind dazu verpflichtet, die Kosten einer Hörgeräteversorgung zu übernehmen, wenn die medizinische Notwendigkeit von einem Arzt bescheinigt wird. Dabei unterscheiden sich die Kostenübernahmen zwischen gesetzlichen und privaten Kassen.

Was muss ich tun, damit meine Krankenkasse die Kosten für meine Hörhilfe übernimmt?

Die wichtigste Voraussetzung, damit Ihre Krankenkasse die Kosten für Ihre Hörgeräte übernimmt: Bescheinigung eines HNO-Facharztes, dass die medizinische Notwendigkeit einer Hörgeräteversorgung besteht.

Wann eine solche Notwendigkeit gegeben ist, hat der Gesetzgeber klar geregelt:

Der HNO-Arzt muss zur Feststellung der Schwerhörigkeit ein Sprachaudiogramm (Sprach-Hörtest) und ein Tonaudiogramm durchführen, bei dem Ihnen Töne in verschiedenen Frequenzen vorgespielt werden. Liegt die Verstehensquote unter 80 Prozent oder liegt eine Hörminderung im Bereich der Hauptfrequenzen vor, besteht eine anerkannte medizinische Notwendigkeit für eine Hörhilfe. Eine solche ist auch dann gegeben, wenn bei einseitiger Schwerhörigkeit der Unterschied zwischen gut hörendem und schlecht hörendem Ohr mindestens 30 Prozent beträgt.

Danach ist es ganz einfach: Der Arzt stellt ein Rezept aus, gibt jedoch kein konkretes Hörgerät an. Diese Aufgabe obliegt dem Hörgeräteakustiker. Er findet im Rahmen einer eingehenden Beratung gemeinsam mit Ihnen das passende Gerät.

Die Auswahl ist riesig, allein auf dem deutschen Markt gibt es über 1000 Modelle mit unterschiedlichen Eigenschaften und Funktionen. Bei der Auswahl des passenden Geräts stehen sowohl die medizinischen Notwendigkeiten bestimmter Funktionen im Vordergrund als auch die individuellen Bedürfnisse des Kunden.

Schritt für Schritt zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Die Bezuschussung von Hörhilfen wird häufig durch bürokratische Stolpersteine erschwert. Um Problemen aus dem Weg zu gehen, sollten Sie die folgenden Punkte beachten:

  • Lassen Sie den Grad Ihrer Schwerhörigkeit von einem HNO-Facharzt feststellen. Er stellt Ihnen anschließend eine Verordnung (ein Rezept) für ein Hörgerät aus.
  • Gehen Sie mit dem Rezept zum Hörgeräteakustiker Ihrer Wahl und lassen Sie sich ausführlich beraten.
    Der Hörgeräteakustiker ist gesetzlich verpflichtet, Ihnen ein Hörgerät zum Nulltarif anzubieten.
    Sollte es medizinisch notwendig sein, eine Hörhilfe zu wählen, deren Preis über den Festbetrag hinausgeht, dann lassen Sie sich von ihrem Hörgeräteakustiker über Ihre Möglichkeiten und die weiteren Schritte beraten.
  • Verweigert Ihre Krankenkasse die Kostenübernahme bzw. Kostenerstattung, dann legen Sie Widerspruch ein! Sie müssen dies innerhalb eines Monats schriftlich tun.
    Legen Sie dem Widerspruch erneut das ärztliche Attest sowie den Anpassbericht und, falls vorhanden, ein Hörtagebuch (COSI) bei.
    Bitten Sie außerdem um die Erstellung eines Gutachtens durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Dieses ist für Sie kostenlos und die Kasse ist nach Amtsermittlungsgrundsatz verpflichtet, den Antrag auch medizinisch zu prüfen.

Hörgeräte: Welchen Mindeststandard bezahlen die Krankenkassen?

Hörgeräte entwickeln sich ständig weiter und warten mit immer neuen Funktionen auf. Diese haben jedoch ihren Preis. Um zu verhindern, dass Krankenkassen ihren Versicherten nur veraltete Modelle bezuschussen, hat das Bundessozialgericht in einem Urteil von 2009 festgelegt, dass die Hörhilfen dem „Stand der Medizintechnik“ entsprechen müssen. Mit der gesetzlichen Neuregelung im Jahr 2013 wurde ein Mindeststandard festgelegt.

Dieser Mindeststandard enthält folgende Kriterien:

  • digitale Technik
  • mindestens vier einzeln regelbare Kanäle
  • mindestens drei Hörprogramme
  • Unterdrückung von Rückkopplungen und Störschall
  • Unterdrückung von störenden Umgebungsgeräuschen
  • mindestens 75 Dezibel Verstärkungsleistung

Die Krankenkassen übernehmen für ihre Versicherten einen einmaligen Vertragspreis sowie Reparatur- und Wartungskosten. Es besteht kein rechtlicher Anspruch auf „das beste“ Hörgerät, jedoch auf ein Hörgerät, das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Auch bei diesen Geräten gibt es eine große Auswahl.

Hörgeräte: Welchen Betrag bezahlen die Krankenkassen?

Gesetzliche Krankenkassen

Laut den neuen Richtlinien übernehmen die Krankenkassen einen Festbetrag von bis zu 784,94 Euro für ein Hörgerät. Bei einer an Taubheit grenzenden Schwerhörigkeit liegt der Festbetrag bei 841,94 Euro. Lediglich eine einmalige Rezeptgebühr von 10 Euro pro Gerät (bei zwei Hörgeräten also maximal 20 Euro) muss von den Versicherten aus der eigenen Tasche bezahlt werden.

Wie oft?
Jeder gesetzlich versicherte Erwachsene hat das Recht, alle sechs Jahre ein neues Hörgerät zu beantragen.

Was, wenn ein „normales“ Hörgerät nicht ausreicht?
Sollte ein teureres Gerät medizinisch notwendig sein, um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten, muss die gesetzliche Krankenversicherung auch dafür die Kosten übernehmen. In diesem Falle sollten Sie Ihrem Hörgeräteakustiker ein Attest von Ihrem Arzt mit einer schriftlichen Begründung für die medizinische Notwendigkeit zur Einreichung übergeben.

Eine Zuzahlung aus der eigenen Tasche ist bei gesetzlichen Kassen nur dann notwendig, wenn Sie sich – beispielsweise aus Komfort-Gründen – bewusst für ein teureres Gerät entscheiden, ohne dass dieses medizinisch notwendig wäre.

Gut zu wissen: Hörgeräteakustiker haben Versorgungsverträge mit Krankenkassen

Neben Ärzten, Apothekern, Psychotherapeuten und Krankenhäusern gehören auch die Hörgeräteakustiker zu den Leistungserbringern, mit denen die Krankenkassen sogenannte Versorgungsverträge abgeschlossen haben.

In Versorgungsverträgen (für die Hörgeräteakustiker nach § 127 SGB V) regeln die Krankenkassen die Einzelheiten dieser Versorgung mit den Leistungserbringern. Unter anderem:

  • Art und Umfang der abrechenbaren Leistungen
  • Anforderungen an die Qualifikation der Leistungserbringer und deren technische Ausrüstung
  • Prozess der Leistungserbringung von der Diagnose bis zur Abrechnung
  • qualitative Anforderungen an die zu erbringende Leistung und die Überprüfung des Behandlungs- oder Versorgungserfolgs
  • Vertragspreise für jede im Zusammenhang mit der Behandlung oder Versorgung abrechenbare Leistung

Die Krankenkassen können dabei mit jedem potenziellen Leistungserbringer jeweils eigene, individuell ausgehandelte Verträge abschließen. Daher ist es möglich, dass die Vertragspreise je nach Krankenkasse leicht variieren. Auch zwischen den Anbietern gibt es Unterschiede.

Private Krankenkassen

Auch die privaten Krankenversicherungen sind grundsätzlich dazu verpflichtet, die Kosten für eine Hörhilfe zu übernehmen. Grundlage für die Höhe der Kostenübernahme ist der zugrundeliegende Tarif bzw. Versicherungsvertrag. Ist darin kein Fest- oder Höchstbetrag festgelegt, müssen die Kosten abhängig von der medizinischen Notwendigkeit übernommen werden.

Die Versicherer sind jedoch dazu angehalten, eine Obergrenze festzulegen, da es den Patienten nicht zumutbar sei, eine Marktanalyse durchzuführen und Preise und Qualität zu vergleichen.

Es besteht zwar auch bei den privaten Krankenkassen kein genereller Anspruch auf das beste Hörgerät. Doch sie dürfen die Kostenübernahme nicht verweigern, wenn nicht das billigste Gerät ausgesucht wurde. Das Landgericht Regensburg hat dazu in einem Urteil (Az.: 2 S 311/08) entschieden, dass ein Versicherer einen Betroffenen nicht an ein billigeres Gerät verweisen kann, wenn ein teureres Gerät medizinisch notwendig ist. Nur wenn nachweislich kein medizinischer Mehrwert vorhanden ist, müssen die höheren Kosten selbst getragen werden.

So viel kosten Hörgeräte

Nicht alle Hörgeräte kosten gleich viel. Zwischen Basis- und Premiummodellen gibt es eine weite Preisspanne. Entsprechend variieren in den verschiedenen Preisklassen der Funktionsumfang und die Qualität. In allen Kategorien herrscht eine große Auswahl.

Welche Art von Gerät sinnvoll ist, hängt maßgeblich von Ihren Bedürfnissen und Ihrer Hörfähigkeit ab. Letztendlich bestimmen Sie selber die Höhe der Zuzahlung.

Grundsätzlich lassen sich die Preise in vier Kategorien einteilen:

Basismodelle Kostenpunkt: Nulltarif

Eigenschaften: Gute Verständigung in Gesprächen mit Umgebungsgeräuschen

Hörhilfen mit Klangkomfort Kostenpunkt: ab ca. 500 Euro Eigenanteil

Eigenschaften: Mehr Komfort in Hörsituationen wie Telefonieren oder Fernsehen

Hörhilfen mit Spracherkennung Kostenpunkt: ab ca. 1'400 Euro Eigenanteil

Eigenschaften: Gutes Verstehen auch in schwierigen Situationen

Hörgeräte mit 3D-Hören Kostenpunkt: ab ca. 1'800 Euro Eigenanteil

Eigenschaften: Bestmögliches Verstehen und räumliche Klangwahrnehmung

Hörgeräte-Versicherung: Der Schutzbrief für Ihre Hörgeräte

Moderne Hörgeräte sind klein und wertvoll. Bei Verlust oder Beschädigung ist der Schaden automatisch groß. Es ist daher empfehlenswert, seine Hörhilfen gleich beim Kauf mit einer geeigneten Hörgeräteversicherung abzusichern. Eine solche Versicherung bietet Schutz vor Verlust und Diebstahl und verhilft Ihnen im Fall der Fälle rasch und problemlos zu einem gleichwertigen Ersatz bei nur geringer Selbstbeteiligung. Inbegriffen sind auch zahlreiche kostenlose Garantieleistungen, beispielsweise Schallschlauchwechsel oder Reinigung des Hörgerätes. Der Schutzbrief gilt ab Kauf und wird zusammen mit dem Hörgerät erworben. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre.

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